Acrylnägel & Acrylmodellage - einfach erklärt!

22.06.2018

Als Acrylnägel bezeichnet man umgangssprachlich eine Kunstnagelmodellage mit dem Pulver / Flüssigkeitssystem "Acryl". Leider hält sich das Vorurteil hartnäckig, Acrylnägel seien schädlich oder sogar krebserregend. Selbst manche Nageldesigner verbreiten dieses Gerücht, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten.

Alle Produkte, die in Deutschland verkauft und verarbeitet werden dürfen, unterliegen strengen Auflagen der KVO (Kosmetikverordnung). Das betrifft auch die Materialien zur Nagelmodellage. Die wesentlichen Bestandteile des Modellagekunststoffes sind Acrylate, welche auch im häufig verwendeten UV-Gel zu finden sind. Der Unterschied zwischen beiden Systemen - Gel und Acryl - liegt jedoch nur in der Verarbeitung und Aushärtung.

Einfach starke Fingernägel!
Acrylnaegel.eu
Anleitungen und Tipps zu Acrylnägeln

Allgemeine Informationen über Acrylnägel

Die in Acrylnägeln enthaltene Methacrylsäure hat zwar einen Einfluss auf den Naturnagel, sie dehydriert ihn und macht ihn porös, aber krebserregend ist sie nicht. Auch Gelnägel enthalten übrigens diesen Stoff.

Während Gel unter UV-Licht aushärtet, ist Acryl lufthärtend. Welche Stoffe verwendet werden dürfen, wird ständig aktuellen Forschungsergebnissen angepasst, damit eine Gefährdung ausgeschlossen werden kann. Wird Acryl richtig verarbeitet, ist es nach dem derzeitigen Wissensstand in keiner Weise schädlich. Dies setzt natürlich voraus, dass hochwertiges und geprüftes Acryl verwendet wird.

Da es gerade für Anfänger im Bereich der Acrylnägel ziemlich schwierig ist, einen Überblick und das nötige Fachwissen zu bekommen, informieren wir Sie auf dieser Webseite mit allem, was es zu diesem Thema zu wissen gibt. Unser Ziel ist es, Ihnen zur perfekten Acrylmodellage zu verhelfen. Wir räumen mit Vorurteilen auf und beseitigen gefährliches Halbwissen.

Das Acrylmodellage System

Beim Pulver / Flüssigkeitssystem handelt es sich um ein Zweikomponentensystem. Eine Komponente stellt das Acrylpulver dar, die andere die Modellierflüssigkeit, Liquid genannt. Je nach dem Fähigkeitsgrad der Designerin kann man zwischen verschiedenen Trocknungszeiten wählen, für ungeübte, Anfänger oder Umsteiger empfiehlt sich ein langsam härtendes System. Pulver und Liquid sollten immer vom gleichen Hersteller verwendet werden, da diese optimal aufeinander abgestimmt sind. Tut man dies nicht, kann es passieren, dass das Material versprödet oder gar nicht erst aushärtet.

Einige Studios bieten so genanntes „Pulvergel“ an. Dies ist nichts anderes als Acryl. Da, wie bereits erwähnt, der Irrglaube existiert, Acryl sei gefährlich, wird es so den potentiellen Kunden als vermeintliches Gel verkauft, da diese aufgrund falscher Informationen oft vor Acryl zurückschrecken.

Die Vorteile von Acrylnägeln sind vielfältig. Nicht nur ist der Materialpreis günstiger, auch hat Acryl oftmals die besseren Haftungseigenschaften und lässt sich schnell und vergleichsweise dünn verarbeiten. Ein Acrylnagel kann fast halb so dünn gearbeitet werden, wie ein Nagel mit einem Gel vergleichbarer Qualität und ist dabei auch noch belastbarer.

Beim Materialeinkauf sollte man dennoch nicht sparen. Bei Acrylnägeln zeigt sich viel schneller, wie gut die Qualität des Modellagematerials ist. Ein gutes Material hat vor allem ein sehr fein homogenisiertes Pulver und ist nach dem Aushärten sowohl hart, als auch flexibel. Minderwertiges Material ist grobkörnig, verbindet sich schlecht mit der Modellageflüssigkeit (Liquid) und lässt sich kaum befeilen. Um die Technik zu erlernen ist jedoch etwas mehr Fleißarbeit nötig, als beim Gelsystem. Wer es jedoch einmal gelernt hat, möchte in den meisten Fällen nur noch damit arbeiten. Informieren Sie sich auf dieser Webseite über die Verfahrensweisen und die Verarbeitung. Die praxisnahen step by step Anleitungen mit Bilder vermitteln Ihnen schnell den genauen Arbeitsablauf.

Acrylnägel versus Gelnägel – eine kurze Gegenüberstellung

Aller Anfang im Bereich Nagelmodellage beginnt mit der Entscheidung für eines der beiden Kunstnagelsysteme: Acryl oder Gel. Egal, welche Art der Verarbeitung man wählt, es gibt bei beiden Techniken Vor- und Nachteile.

Acrylnägel Gelnägel
System System aus 2 Komponenten – Modellierflüssigkeit (Liquid) und Acrylpulver Kunststoff-Gel (3-Phasen- oder 1-Phasen-Gel)
Schwierigkeitsgrad komplex einfach
Aushärtung lichthärtend unter UV-Licht aushärtend
Nageleigenschaft sehr hart und sehr belastbar hart und belastbar
Nagelaufbau dünn möglich etwas dicker
Nägel-Entfernung Aceton oder Abfeilen Abfeilen

Acrylnaegel oder Gelnaegel, was ist besser?

Grundsätzlich empfiehlt es sich als Anfänger, mit dem “einfacheren” Kunstnagelsystem Gel zu beginnen und sich erst einmal mit den grundlegenden Nageleigenschaften und dem generellen Arbeiten mit Fingernägeln vertraut zu machen. Bei einerm sauberen und hygienisch einwandfreien Vorgehen führen sowohl Acryl- als auch Gelaufträge zu langlebigen und schönen Ergebnissen.

Besonderheiten und Vorschriften gibt es bei manchen Berufen zu beachten. In Pflegeberufen oder in der Gastronomie sollte man auf Acrylnägel zurückgreifen, da diese den Belastungen eher stand halten als Gelnägel. Vorsicht aber auch hier, denn oftmals sind Kunstnägel dort generell nicht erlaubt. Dies muss mit dem Arbeitsgeber vorab natürlich geklärt werden.

» Mehr zu Acryl- oder Gelnägel

Acrylnägel-Kosten im Studio und zuhause

Hat man sich für die Acrylmodellage entschieden, gibt es zwei Möglichkeiten, sich diese Nägel zu verwirklichen. Entweder der Besuch im einem professionellen Nagelstudio oder die Variante DIY zuhause.
Die Entscheidung für ein Nagelstudio ist die verständlicherweise die kostenintensivere Variante, jedoch auch die entspanntere. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass der Nageldesigner / die Nageldesignerin hygienisch und fachlich einwandfrei arbeitet, damit die Freude an den Nägeln lange währt.

Je nach Region und Studio fallen dafür bei einer Erstmodellage zwischen 40 und 80 Euro an.

Die Nägel in den eigenen vier Wänden zu modellieren, beläuft sich gerade am Anfang auf ca. 200 Euro. Das hört sich nach viel an, jedoch müssen alle grundlegenden Utensilien, wie Pinsel, Pulver, Liquid, Primer, Desinfektionsmittel, Propusher, Feilen, Dehydrator etc., eingerechnet werden. Nicht zu vergessen die hochwertige Qualität, die man sich in diesem Fall gönnen sollte. Ein guter Rotmarder-Acrylpinsel kann da schon einmal bis zu 40 Euro kosten.

Einmal angeschafft ist eine Modellage mit Acryl dann im Vergleich zur Gel-Variante günstiger.

» Preise für Acrylnägel-Zubehör

Acrylnägel selber machen – das wird benötigt

Da die Nagel-Modellage mit Acryl umfassend und komplex ist, haben wir hier eine kurze Zusammenfassung aufbereitet, die die wesentlichen Schritte kurz und bündig gliedert. Eine ausführliche Anleitung mit Bildern gibt es hier:

Die benötigten Arbeitsmaterialien:

  • Desinfektionsmittel
  • ProPusher zum Entfernen der Nagelhaut
  • Feilen und Buffer,
  • Staubbürste,
  • Primer
  • kleines Gefäß (Dappen Dish) für Liquid
  • hochwertiger Pinsel Größe 6 oder 8
  • Tuch zum Abstreifen des Pinsels.
  • Primer
  • Liquid.
  • Acrylpulver (ein klares und ein getöntes, ggfls auch ein Farbpulver)
  • Effektpulver, falls gewünscht ggfls. Tips oder Schablonen, wenn die Nägel verlängert werden sollen

» Anleitung zum selber machen

Unerwünschte Liftings – Luft unter der Acrylmodellage

Unter Liftings versteht man Lufteinschlüsse, die aus vielerlei Gründen unter der Modellage auftauchen können. Mit ihnen müssen sich vor allem Anfänger herumärgern, bis sie den entsprechenden Dreh heraushaben, die Liftings zu verhindern. Einige Tipps und Tricks verraten wir hier, damit die Freude an ästhetischen Nägeln lange anhält. Liftings können aus vielen Gründen entstehen:

  • Nagelhaut wurde nicht richtig entfernt
  • zu nahe an der Nagelhaut gearbeitet
  • Naturnagel nicht gut vorbereitet
  • zu häufiger Wasserkontakt vor der Modellage
  • zu dünne Naturnägel durch häufige Neumodellagen
  • falsche Mischverhältnis von Liquid und Acryl-Pulver
  • falscher Nagelaufbau, falscher Stresspunkt
  • falsche Nagellänge
  • Krankheiten, Hormone, Medikamente (eher selten)

Die genaue Ursache von Liftings ergründet man nur durch die Error & Trial Methode, also ausprobieren und aus Fehlern lernen. Wichtig ist nur, ein Lifting durch sorgfältiges Befeilen zeitnah zu entfernen, da sich ansonsten gerne Pilze oder Bakterien unter der Modellage einnisten und den empfindlichen Nagel schädigen.

» Mehr zu Acrylnägel-Liftings

Acrylnägel entfernen – die Methoden

Möchte man die Acrylmodellage entfernen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die schonende Entfernung ohne Aceton

Dabei wird die Acrylschicht mit Hilfe einer Feile abgetragen. Aber Vorsicht, denn nur, wer sich mit den richtigen Feilen und dem richtigen Bearbeitungswinkel auskennt, sollte sich an diese Methode wagen. Wird zu viel Material abgetragen, führt das unweigerlich zu Verletzungen des empfindlichen Naturnagels.
Anfänger belassen daher eine dünne Schicht Acryl auf dem Nagel, feilen also nicht alles restlos herunter. Diese hauchdünne Schicht wächst dann nach und nach heraus. Das ist auf alle Fälle schonender.

» Tipps zum Entfernen von Acrylnägeln

2. Die Entfernung mit Aceton / Nagellackentferner (mit Aceton)

Auch bei dieser Methode wird die Acrylschicht abgefeilt, bis sie nur noch hauchdünn auf dem Naturnagel erkennbar ist.

Nun wird eine mit Aceton getränkte Zelette mit Hilfe einer Aluminiumfolie um den Fingernagel gewickelt. Je nach Acetonkonzentration dauert es nun etwa 10 Minuten, bis das Acryl eine gummiartige Konsistenz annimmt. Die entstandene klebrige Masse trägt man dann am besten mit einem Rosenholzstäbchen ab. Sollten Rückstände verbleiben wiederholt man das Ganze so lange, bis die Kunstnagelschicht entfernt ist. Dieses Vorgehen ist jedoch sehr aggressiv und entfettet den Naturnagel sehr stark.

» Wie Acrylnägel richtig entfernen?

Beschädigte Acrylnägel reparieren

Aus den unterschiedlichsten Gründen kann es vorkommen, dass auch die eigentlich widerstandsfähigen Acrylnägel an ihre Grenzen geraten, bspw. durch

  • Quetschungen
  • Stöße
  • oder eine mangelhafte Arbeitsweise bei der Modellage (zu dünn, falscher Aufbau, schlechte Formgebung, minderwertige Materialien.)

Die gute Nachricht: Acrylnägel lassen sich gut und vergleichsweise schnell reparieren. Kaputte Stelle werden befeilt und im Anschluss neu aufgefüllt. Bei schwerwiegenderen Schäden muss ggfls. der Naturnagel stabilisiert werden oder bei einem abgebrochenen Acrylnagel eine Schablone oder ein Tip angebracht werden.

Einzig bei einem schwer beschädigten Naturnagel muss die Modellage gänzlich abgetragen werden und der Nagel sollte so lange geschont werden, bis er sich vollständig erholt hat.

» So repariert man Acrylnägel

Acrylnägel kürzen und auffüllen

Da eine Nagelmodellage mit Acryl sehr hart und robust ist, gibt es nur eine Möglichkeit, die Nägel zu kürzen, nämlich mit der Feile. Am besten benutzt man dazu eine Profifeile mit 100/180 Grit.

Alles andere würde unweigerlich zu einer Schädigung des Naturnagels führen, das das Acryl sehr stark am Naturnagel anhaftet und es beim Schneiden bspw. splittern und reißen würde. Ein absolutes No Go!

» Schneiden und kürzen der Acrylmodellage

Da die Kunstnägel im Schnitt aber alle 3-5 Wochen, je nach Zustand der Modellage, sowieso überarbeitet werden sollten, ist ein Bearbeiten und Kürzen im Normalfall nicht notwendig.

Dieses so genannte Refill (engl.: Auffüllen) ist wichtig, da beim Herauswachsen des harten Acrylnagels die Nagelstatik nicht mehr stimmt und der hintere Bereich des Nagels dem Druck nicht standhalten kann. Dabei kann es zu schweren Verletzungen des Nagels kommen.

Ein professionelles Nagelstudio verlangt für das Auffüllen etwa 20-35 Euro. Auch gegen das Selbermachen spricht nichts, sofern man sich mit Acryl auskennt und versiert ist.

» Acrylmodellage auffüllen / Refill


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